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19.10.2015

Tablet PC für Logistik und Lager

Der weltweite Versandhandel wächst seit Jahren stark und wird auch weiterhin wachsen. Amazon, Zalando und Co. Sorgen für das Wachstum. In Europa noch nicht so ganz auf dem Radarschirm ist der schnellwachsende Onlinehändler Alibaba aus China. Die wachsenden Warenströme sind eine Herausforderung für die Logistikanbieter. Shoppen im Internet ist heutzutage Gang und Gäbe. Schnell ist das passende Kleidungsstück gefunden, die DVD mit dem neuesten Actionfilm und ein paar Mausklicks weiter ist der Artikel dann auch bestellt. Mit der Bestellung läuft dann eine riesige Logistikmaschine an. In einem Lager macht sich ein Mitarbeiter auf den Weg, um das Top oder die DVD zu holen. Der Artikel wird aus dem Regal genommen, per Barcode Scan erfasst und in eine Schachtel gelegt. Dann wird ein Versandetikett gedruckt und auf die Schachtel geklebt und los geht die Reise an den Besteller.

Tablet PC kommt verstärkt zum Einsatz

Der Tablet PC zeichnet sich durch Mobilität und Flexibilität aus. Im Gegensatz zu früheren Systemen, die auf Kommissionier-Wagen installiert waren, sind Tablet PCs einfach handlicher und bieten doch mehr Bedienkomfort als einfache Handheldgeräte. Der Tablet PC bietet die Möglichkeit viel Information darzustellen und trotzdem ultramobil zu sein. Dabei muss das Eine das Andere aber nicht ausschließen. So kann man den Tablet PC mithilfe einer Handschlaufe an der Gehäuserückseite des Tablet PCs einfach herumtragen oder man kann den Tablet PC auch auf einem Kommissionier-Wagen mithilfe einer Halterung oder Dockingstation montieren. Gerade Dockingstations bieten einen großen Komfort und Flexibilität. So kann man Kommissionier-Wagen durch das Lager schieben und bei der Entnahme der Ware aus dem kann der Tablet PC ausgedockt werden und der Scan wird dann direkt am Regal vollzogen oder man belässt den Tablet PC in der Dockingstation und scannt den Barcode des Artikels dann am Kommissionier-Wagen.

Tablet PC mit Barcode Scanner

Oft wird die Frage gestellt, ob man einen eingebauten Barcode Scanner benötigt, oder ob man auch mit einer eingebauten Kamera und Auswertesoftware auskommt? Hier sollte man grundsätzlich betrachten wie viele Scans werden pro Tag oder pro Stunde vorgenommen? Beschränkt sich die Anzahl der Scans auf wenige Male pro Stunde und einige Dutzend pro Tag, kann man wohl sicher über eine Kameralösung nachdenken. Weitere Einflussfaktoren sind Qualität der Barcode Etiketten? Umgebungsbedingungen? Lichtverhältnisse? Bei den Barcode Systemen werden grundsätzlich 1D Systeme und 2D Systeme unterschieden. 1D also eindimensional ist der klassische Strichcode. Damit lässt sich einfach und zuverlässig kodieren. Komplexer sind 2D Barcodes. Der QR Code ist z.B. ein Vertreter von 2D Barcodes. Mit 2D Barcodes lassen sich komplexere Informationen darstellen. Für das Lesen von 2D Barcodes benötigt man einen Imager, der die „Bilder“ des 2D Barcodes einlesen kann. Ein 1D Barcode Scanner ist dazu nicht in der Lage. In der Regel ist ein 2D Barcode Scanner auch in der Lage 1D Barcodes zu lesen. Auch die Umweltverhältnisse spielen für den Erfolg beim Scannen eine große Rolle. Handelt es sich z.B. um eine staubige Umgebung, kann der Barcode durch Staub schlecht leserlich sein, auch Wassertropfen auf dem Etikett erschweren den Scanvorgang. Eine Kameralösung kann hier Probleme bereiten und führt zu Zeitverzögerungen. Unter den 1D Barcodes stehen meistens noch Zahlen, die den Barcode als Zahlenkolonne dargestellen. Wir kennen das aus dem Supermarkt, wenn die Kassiererin mehrmals den Artikel erfolglos über den Scanner zieht. Die Eintipperei des Barcode als Zahlenkolonne soll aber eine absolute Ausnahme darstellen. Bei 2D Barcodes gibt es die Möglichkeit einen Zahlencode einzugeben gar nicht. Neben der Umgebung spielen auch die Lichtverhältnisse eine große Rolle beim Scannen von Barcodes. Kameras liefern gute Ergebnisse, wenn die Lichtverhältnisse günstig sind, also beispielsweise in einer gut beleuchteten Lagerhalle. Ist das Umgebungslicht recht grell oder ist es am Lagerort sehr dunkel kann die Kamera mit einem richtigen Barcode Scanner nicht mehr mithalten. Grundsätzlich ist die Möglichkeit einen Barcode Scanner im Tablet PC eingebaut zu haben, immer zu präferieren. Kürzere Scanvorgänge, höhere Zuverlässigkeit und der Einsatz über mehrere Jahre rechtfertigen die zusätzliche Ausgabe und die Anschaffung amortisiert sich schon nach kurzer Einsatzzeit.

Barcode Scanner Typen

Zum Lesen von 1D Barcodes gibt es CCD Scanner und auch Laserscanner. Ersterer ist eine Kamera mit einer Auswerteeinheit. Der CCD Scanner ist recht einfach und günstig. Nachteil bei ihm ist aber der relativ geringe Leseabstand. Dasselbe Prinzip wie der CCD Scanner nutzt auch der Imager. Der Imager kann 1D und 2D Barcodes dekodieren. Besser geeignet für weitere Scanabstände ist der Laserscanner. Bei den Laserscannern gibt es diverse Arten. Angefangen von dem recht einfachen linearen Laserscanner, über den Laserscanner mit linearem Raster, weiter über den omnidirektionalen Laserscanner zum Laserscanner mit rotierendem Raster. Mit der steigenden Komplexität der verwendeten Technik steigen die Scangeschwindigkeit und auch die Genauigkeit. So sind die omnidirektionalen Laserscanner und die Laserscanner mit rotierendem Raster sogar in der Lage mehr oder weniger stark beschädigte Barcodes zu dekodieren. Diese komplexen Scanner eignen sich für Artikel, die in Außenlagern im Freien oder Lagerorten liegen, wo es stark staubt.  

Tablet PC ist an die Warenwirtschaft angebunden

Der Tablet PC mit eingebautem Scanner bietet noch weitere Vorteile. Aufgrund seiner Mobilität und der Möglichkeit Daten zu speichern, zu verarbeiten und weiterzuschicken bringt der Tablet PC hohe Produktivität in den Arbeitsprozess. Fest installierte Scanner Stationen haben den Nachteil, dass die Artikel, die im Lager bewegt werden zur Scanner Station gebracht werden müssen und dann wieder weggebracht werden müssen. Handscanner mit Speicherfunktion sind zwar günstig und sehr mobil, haben aber keine weitere Intelligenz als die Scans zu speichern. Speicherscanner, können die Daten nicht weiterverarbeiten - das können nur Tablet PCs. Bei der Anbindung der Tablet PCs an die Warenwirtschaft gibt es verschiedene Möglichkeiten. Weit verbreitet, weil einfach und günstig anzubinden, sind Citrix Anwendungen. Hierbei fungiert der Tablet PC lediglich als Fernanzeigeeinrichtung. Das Prinzip läuft wie folgt ab: Ein Kommissionierungsauftrag wird vom Server auf den Tablet PC übertragen. Der Kommissionierer begibt sich nun mit dem Tablet PC auf die Tour durchs Lager und sammelt die Artikel ein, die auf der Liste stehen. Jeder Artikel, der in die Sammelbox gelegt wird, wird eingescannt. Der Scan wird an den Server übertragen, der dann die Artikel vom Lager ausbucht und auf einen Lieferschein bucht. Nach Abschluss des Kommissionierungsauftrags schließt der Server den Auftrag und überträgt einen Auftrag auf den Tablet PC und das Spiel beginnt von neuem. Die gesamte Rechenarbeit wird auf dem Server erledigt. Vorteil dieses Verfahrens ist, das der Tablet PC relativ wenig Rechenleistung bringen muss und auch Anforderungen an den Speicherplatz sowie Betriebssystem sind gering. Das senkt die Kosten für die Hardware des Tablet PCs. Bei diesem Verfahren ist es jedoch erforderlich, dass die WLAN Infrastruktur flächendeckend sehr gut ausgebaut sein muss. Werden viele Tablet PCs verwendet muss das WLAN Netzwerk in der Lage sein, sehr große Datenmengen verarbeiten zu können bzw. übertragen zu können. Problematisch kann es sein, wenn es in dem WLAN Netz Funklöcher gibt. Dann verliert der Tablet PC die Verbindung zum Server. Dies kann dann dazu führen, dass die Software abstürzt, Daten verloren gehen, Buchungen nicht erfolgen, Fehlbestände auftreten, Aufträge fehlerhaft ausgeführt werden.  Das andere Prinzip macht aus dem Thin-Client (Citrix) einen Fat-Client. Beim Fat-Client liegt die Intelligenz auf dem Tablet PC. Hier muss die Hardware des Tablet PCs üppiger ausfallen. Alle Rechenvorgänge werden auf dem Tablet PC erledigt. Der Tablet PC fungiert dann als lokale und mobile Workstation. Als Betriebssystem kommen hier meisten Produkte von Microsoft zum Einsatz. Gängige Betriebssysteme sind Windows 7, Windows 8 und nun für die Zukunft Windows 10. Mit den Anforderungen von Windows als Betriebssystem steigen auch die Anforderungen an die Hardware des Tablet PCs. Intel Prozessoren, Intel Chipsatz, größerer Arbeitsspeicher und größere Massenspeicher sind nun gefordert. Mit den Anforderungen an die Hardware des Tablet PCs steigt auch der Preis für die Tablets. Dafür kann man aber an der Infrastruktur des WLANs sparen. Ein System mit Fat-Clients ist in der Regel robuster gegen Programmabstürze, Fehler bei den Buchungen - kurzum robuster gegen all die Nachteile, die ein Thin-Client Konzept mitbringt. Welches Konzept zu bevorzugen ist, muss im Einzelfall untersucht werden. Entscheidend sind hierbei die Umweltbedingungen. Ist das Lager beispielsweise sehr weitläufig oder die baulichen Bedingungen sehr ungünstig für eine gute WLAN Infrastruktur kann es günstiger sein in leistungsfähigere Tablet PCs zu investieren. Die Kosten für den Ausbau einer leistungsfähigen WLAN Infrastruktur können die Einsparmöglichkeiten bei günstigeren Tablet PCs schnell ausradieren. Das Ganze funktioniert natürlich auch in die andere Richtung. Ist bereits eine gute WLAN Infrastruktur vorhanden oder kann diese günstig hergestellt werden, rechnen sich eher Lösungen mit Thin-Clients. Thin-Client Lösungen arbeiten oftmals auf Apps.