Interview mit Thomas Serr

Referent Leitungsrechte und -dokumentation der Firma GASCADE

Europäischen Gas-Anbindungsleitung (EUGAL) im Ausbau

Jedes Mal, wenn Sie ab Ende 2019 in Ihrem Haus die Erdgasleitung aufdrehen, hat eine kleines, auf den ersten Blick vielleicht unscheinbares Gerät aus Sauerlach im Süden Münchens einen nicht unerheblichen Anteil daran. Dass das Erdgas auch weiterhin zuverlässig bis zu uns gelangt, verdanken wir der Firma GASCADE, die mit dem Bau der 480 Kilometer langen Europäischen Gas-Anbindungsleitung (EUGAL) – von der Ostsee durch Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg bis in den Süden Sachsens und von dort an die Grenze zur Tschechischen Republik – betraut ist. Und die wiederum setzt bei beim Katalogisieren und Verlegen der Rohre auf Industrie Tablets von Acturion.

Welche Vorteile die kleinen, robusten Geräte im Arbeitsalltag bieten und warum sich die Firma GASCADE ausgerechnet für Acturion entschieden hat, erzählt Thomas Serr, Referent Leitungsrechte und -dokumentation, im Interview.

Herr Serr, wozu benötigen Sie robuste Industrie Tablets? Hätte es ein normales Tablet nicht auch getan?

Beim Bau der Erdgasfernleitung EUGAL sprechen wir von einer rund 480 Kilometer langen Großbaustelle, auf der über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren gearbeitet wird. Auf solchen Baustellen dürfen Sie mit allem, aber nicht mit laborähnlichen Bedingungen rechnen. Regen, Eis, Schlamm, jede Menge Staub sowie Hitze sind die tatsächlichen Umgebungsbedingungen. Ein normales Tablet hält diesen Einflüssen nicht ohne Schäden Stand.

Welchen Gefahren sind die Tablets ausgesetzt?

Auf Baustellen fällt auch mal etwas zu Boden. Ein Sturz aus der Hand auf felsigen Untergrund, das sollte das Tablet schon überstehen können. Auch Fahrten im Kofferraum eines Geländefahrzeugs oder die unsachgemäße Aufbewahrung in einem Material-/Werkzeugcontainer. Herkömmliche stoßen da an ihre Grenzen.

Sind Sie bereits auf Probleme gestoßen, die sich mit den robusten Industrie Tablets nicht lösen ließen?

In aller Kürze: Nein.

Inwiefern erleichtern Ihnen die robusten Industrie Tablets die Arbeit?

Um eine Erdgasleitung bauen zu können, benötigen wir jede Menge Material. Im Fall der beiden EUGAL-Stränge sind es rund 47.000 Rohre sowie 500 Rohrbögen und diverses Stationsmaterial. Jedes Rohr nehmen wir in der Regel zwei Mal in die „Hand“ und dokumentieren es mithilfe einer App: Das erste Mal findet vor Baubeginn bei der Rohrannahme auf einem der rund 100 Rohrlagerplätze statt. Sämtliche Rohre wurden bereits beim Hersteller mit QR-Codes versehen, welche die exakten Kenndaten des jeweiligen Rohres – also Rohrnummer, Charge, DN und Bestellnummer – beinhalten. Per Scan des QR-Codes wird das Rohr in der Datenbank identifiziert und anschließend mit den exakten Lagerortinformationen versehen. Mögliche Transportbeschädigungen oder sonstige Auffälligkeiten werden mit Hilfe der im Tablet integrierten Kamera festgehalten und ebenfalls abgespeichert.

Und das zweite Mal?

Der zweite Kontakt ergibt sich beim Bau der Pipeline. Das Verschweißen der Bauteile erfolgt nach strengen Auflagen und Vorgaben von TÜV und DVGW und muss in einem sogenannten Rohrbuch – auch Rohrfolgeliste genannt – protokolliert werden: Rohr per QR-Code-Scan identifizieren, Schweißnahtinformationen eingeben, nächstes Rohr scannen, nächste Schweißnaht und so weiter. All dies geschieht per Tablet und einer eigens entwickelten App direkt vor Ort.

Welche Vorteile ergeben sich daraus?

Überflüssige Zwischenschritte werden dadurch vermieden, alle Informationen laufen zentral in eine Datenbank ein, die jederzeit und standortunabhängig zugänglich ist. Zum Vergleich: In früheren Projekten wurden sämtliche Informationen zu Rohren, Schweißnähten auf Zetteln notiert und erst später in den Baubüros in Exceltabellen übertragen. Dies erforderte viel mehr Zeit und Informationen wurden nochmals übertragen – das ist mit unserer Lösung nicht mehr notwendig.

Der Mensch neigt also eher zu Fehlern als die Maschine. Inwiefern macht sich das bemerkbar?

Dadurch, dass wir die direkte digitale Erfassung mit Hilfe der Tablets auf die Baustelle verlegt haben, konnten wir Zwischenschritte und somit mögliche Fehlerquellen eliminieren. Auch Schreib- und Lesefehler fallen Dank der Industrie Tablets weg – dafür sorgen die QR-Code-Etiketten und unsere eigens entwickelte App.

GASCADE hat auch die OPAL gebaut, die 2011 den Betrieb aufgenommen hat. Damals ohne Industrie Tablets. Welche Verbesserungen – neben der Zeitersparnis – haben die Industrie Tablets im Vergleich zu damals bewirkt?

Das muss man im großen Ganzen sehen: Im Gegensatz zur OPAL kam bei der EUGAL erstmalig ein modernes digitales Rohrbuchdatenmanagement zum Einsatz. Die Industrie Tablets sind dabei die erste Instanz, die diese Datenbank mit Informationen füllen. Fehlerfrei, transparent und mit sehr hoher Effizienz – das ist natürlich ein großer Schritt nach vorne gewesen.

Welche Features der robusten Industrie Tablets nutzen Sie?

2D-Scanner, Kamerafunktion, Übertragung der Daten per SIM-Karte sowie den Standardbrowser Google Chrome.

Und die Tablets sind ja mindestens so robust, wie die Arbeiter – eine absolut nachvollziehbare Wahl. Würden Sie das auch über den Anbieter ACTURION sagen? Empfehlenswert?

Ja. ACTURION kann ich mit einem guten Gefühl weiterempfehlen.

Derzeit wird der erste Teilbereich gefertigt. Ist zum Bau des zweiten Teilbereichs die Anschaffung weiterer Tablets geplant?

Nein. EUGAL, das sind zwei parallel verlaufende Leitungsstränge die, bis auf sehr wenige Ausnahmen, zeitlich gesehen nacheinander gebaut werden. Die gleichen Arbeiter die jetzt Strang 1 mit den Tablets dokumentieren, werden dies auch bei Strang 2 tun.

Was bietet Acturion, was Sie bei anderen Anbietern vermisst haben?

Guten Service  – Top Beratung und ein persönlicher Ansprechpartner!  Das „Gesamtpaket“ hat uns von Anfang an komplett überzeugt.

 

Herr Serr, wir bedanken uns für das Interview.

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